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Blaue Pause

Mai 28, 2018

Nach dem Farbspektakel der Zwiebelblüher im Frühjahr folgt nun eine Zeit die ich besonders mag; ich nenne sie die blaue Phase. Auffällig viele Blumen die jetzt Mitte bis Ende Mai blühen haben blaue oder violette Blüten.
Die Farbe Blau ist ja im Garten eine besondere, da echtes Blau bei Blumen rar ist. Das wussten schon die Romatiker die die „Blaue Blume“ zum zentralen Symbol der Dichtung stilisierten. Sie war Sinnbild für Sehnsucht und Liebe und das methaphysische Streben nach Unendlichkeit. Der Dichter Novalis machte dabei den Anfang. Bei ihm symbolisiert sie das Streben nach der Erkenntnis der Natur und – daraus folgend – des Selbst, dem eigentlichen Ziel der Romantik. Ihm folgten andere Dichter der Zeit wie auch Joseph von Eichendorff der das folgende Gedicht verfasste:

Die blaue Blume

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut

Für Menschen wie mich, die die grellen Töne meiden, ist sie auch einfach eine Wohltat für die Augen. Besonders mag ich die folgenden „Blauen Blumen“:

Die Ochsenzunge – Anchusa azurea ‚Dropmore‘ blüht als eine der wenigen Stauden in einem fast reinen Azurblau. Die Blüten sind auch essbar und können z.B. zur Dekoration von Salaten verwendet werden. Auch diese Pflanze ist ein Bienenmagnet. Leider ist die Pflanze eher kurzlebig, dennoch lohnt es sich sie immer wieder zu pflanzen da sie z.B. zusammen mit Pfingstrosen oder Orientalischen Mohn wunderschöne Kombinationen bildet.

Der Kugellauch, hier Allium ‚Globemaster‘ ist nicht wirklich blau sondern violett. Da er aber gerade in der Blühpause nach Verblühen der Frühjahrszwiebelblüher wichtige Akzente im Beete setzt soll er hier nicht unerwähnt bleiben. Selbst wenn er verblüht ist schweben seine Blütenbälle wie Paukenschlägel im Beet. Durch die Kombination von verschiedenen Sorten kann man von Anfang Mai bis zum Juli Blütenbälle im Beet tanzen lassen. Die Katzenminze Nepeta fassenii ‚Walkers Low‘ versteckt hier die leider schon früh vergilbenden Blätter des Kugellauchs.

Der Blausternbusch – Amsonia hubrichtii, ist mit seinem feinen Laub auch eine wertvolle Strukturpflanze, die sich dann im Herbst mit leuchtend gelbem Laub schmückt. Diese Pflanze kann sehr alt werden und stellt wenig Ansprüche an den Standort. Am liebsten steht sie sonnig aber nicht zu trocken. Halbschatten wird von ihr aber auch gut vertragen, allerdings fällt dann die Blüte weniger üppig aus.

Ihre kleine Schwester mit noch blauerer Blüte ist die Sorte Amsonia orientalis ‚Blue Ice‘. Sie bleibt kleiner und blüht etwas später ist aber ebenso robust und langlebig.

Die Staudenclematis Clematis recta blüht bereits ab Ende Mai mit violettblauen Blütenglöckchen. Sie ist eine wunderbare Gesellschafterin für Strauchrosen, in diese windet sie sich locker hinein ohne zu üppig zu werden. Auch als Schnittblume ist sie wunderbar, da sie sich sehr lange in der Vase hält und viele Sträusse dezent ergänzt.

Von der Hohen Schwertlilie Iris barbata-eliator gibt es unzählige Sorten in fast allen Farben des Regenbogens. Die helllavendelblaue Sorte ‚Empress of India‘ wurde bereits 1921 gezüchtet und besitzt noch die Grazilität der Wildformen, welche meines Erachtens bei den modernen Sorten mitunter verloren gegangen ist.

Die Färberhülse Baptisia australis gehört auch bei Hummeln und Bienen, hier eine Blaue Holzbiene Xylocopa violacea, zu den Favoriten. Die Pflanze ist sehr langlebig, bei mir steht sie jetzt schon das siebente Jahr am selben Platz und wird immer schöner. Nach der Blüte wirkt sie noch durch die Struktur ihres graugrünen Laubes. Sie mag einen sonnigen Standort und gut versorgten aber keinen winternassen Boden, dann entfaltet sie sich zu voller Schönheit.

Auf den folgenden Bildern sind weitere blaue Schätze zu sehen, sie vergrößern sich durch Anklicken.

Einen guten Start in die Woche wünsche ich euch allen.

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7 Comments

  • Reply Annette Juni 28, 2018 at 8:08 am

    Liebe Theresa, was für ein schön bebildeter Beitrag – ich mag Blau auch so, wobei genau genommen vieles ja nicht rein blau ist. Vor allem in der Dämmerung vermag Blau herrlich zu leuchten. Dass die Holzbiene Blüten zerfrisst ist mir neu. Wir haben sehr viele im Garten und ich habe nie Schaden festgestellt. Bei den Rosenkäfern ist das eine andere Geschichte. Ich hoffe, es geht dir gut und du hast es nun etwas weniger streng, damit du auch Garten und Sommer geniessen kannst. Sehr heiss bei uns und kein Regen in Sicht, aber ich will nicht klagen, ich liebe diese Sommer im Süden sehr. Schönes Wochenende und liebe Grüsse, Annette

  • Reply Saskia Juni 20, 2018 at 7:58 pm

    Liebe Theresa,
    ich teile deine Liebe für die blauen Blüten, ich finde sie einfach herrlich und wenn sie in der Dämmerung dann noch kühler erstrahlen, dass mag ich besonders. Viele deiner blauen Schätze blühen auch bei mir im Garten. Einst wollte ich mal ein blaues Beet anlegen, bin aber dabei nur allzu schnell ins Lila abgedriftet da reines Blau wirklich sehr selten ist. Ach und dank dir weiß ich jetzt endlich was für eine Amsonia, mir als tabernaemontana verkauft wurde, ich hatte mich schon über die dunklere und späte Blüte gewundet, da muss sie der Gärtner wohl mit einer orientalis Blue Ice vertauscht haben;)
    Ganz liebe Grüße Saskia

  • Reply hanna Mai 29, 2018 at 5:56 am

    hallo theresa,
    dass reines blau bei den pflanzen als blütenfarbe rar ist, wusste ich nicht, ist ja interessant.
    ich versuche nur immer bei den akeleien das blau auszumerzen – ich bin nun mal ein formalfurzer- , das ist aber einfach nicht möglich, es setzt sich dann doch immer wieder bei den sämlingen durch.
    besonders schön in deinem beet finde ich die lauchkugeln vor dem salbei, eine gelungene kombination.
    liebe grüsse
    hanna

  • Reply Elke Schwarzer Mai 28, 2018 at 3:28 pm

    Ohhhhh, du hast die Blaue Holzbiene und sie mag Färberhülse, klasse!
    Die habe ich nur einmal im Garten beobachtet, sie ist wohl nicht geblieben.
    Tolle Bilder, Amsonia kenne ich nur vom Amerika-Urlaub, in unseren Gärten sieht man sie doch selten.
    VG
    Elke

    • Reply Theresa Gläßer Mai 28, 2018 at 8:15 pm

      Ja seitdem an unserer Gartengrenze ein Stapel Totholz lagert kommt sie zuverlässig jedes Jahr wieder. Obwohl ich sie in dem Holzstaoel noch nicht entdecken konnte. Aber sie scheint Schmetterlingsblütler zu mögen. Auf die Geissraute Galega x hartlandii geht sie auch sehr gerne. Warum sich Amsonia so selten in Gärten findet verstehe ich eigentlich garnicht. Es gibt kaum eine pflegeleichtere Pflanze die auch noch dann Farbe ins Beet bringt wenn die anderen Pflanzen noch grün sind.
      LG Theresa

  • Reply Karen Heyer Mai 28, 2018 at 2:55 pm

    Liebe Theresa,
    diese blaue Phase im Garten liebe ich sehr! Die Ochsenzunge ist übrigens im neuen Vorgarten bereits vertreten, die Färberhülse steht noch auf der Wunschliste. Eine Holzbiene, mein Neid schleicht Dir nach!
    Liebe Grüße
    Karen

    • Reply Theresa Gläßer Mai 28, 2018 at 8:18 pm

      Liebe Karen, nur kein Neid. Hab mich manchmal auch schon über sie geärgert, weil sie im Frühjahr immer alle Narzissen zerfrisst vor lauter Nektarhunger. Aber das darf sie. Hab extra schon andere Frühblüher nachgerüstet. Es würde was fehlen wenn der blaue Brummer nicht durch die Beete summen würde.
      Liebe Grüße zurück

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