Gärten Pflanzenkombinationen

Sommerblumen- und Staudenmischungen bei der Landesgartenschau Bad Lippspringe

Juli 2, 2017

Am letzten Wochenende war ich wieder in Bad Lippspringe und habe mir die Pflanzungen angesehen. Jetzt steht alles in voller Blüte. Sowohl die Stauden- als auch die Sommerblumenbeete haben sich wunderbar entwickelt und harmonieren gut miteinander. Ich war selbst von der Üppigkeit der Beete ein wenig überrascht.
Die Gestaltung von Wechselflorbeeten stellt für mich immer eine Herausforderung dar und sie birgt ja auch immer wieder einige Risiken die man bei Stauden so nicht hat. Zunächst ist man viel stärker an die Einhaltung der Anzucht- und Pflanzzeiten gebunden. Die Pflanzen werden ja in der Regel zur Anzucht in einem Gartenbaubetrieb ausgeschrieben. Das heißt der Gärtner kauft das Saatgut oder die Jungpflanzen (bei stecklingsvermehrten Sorten) im Herbst und Winter ein, sät meist im zeitigen Frühjahr aus und zieht bis zur Pflanzung an. Eine Woche Überschreitung der Frist kann da mitunter viel ausmachen. Entweder ist dann das Saatgut oder die Stecklinge nicht mehr zu bekommen oder die Pflanzen sind am Ende zu klein weil zu wenig Zeit für die Anzucht geblieben ist. Hinzu kommt bei der Planung die ich für Bad Lippspringe gemacht habe, das die Pflanzung sehr kleinteilig ist und daher von einigen Sorten nur wenige Stückzahlen erforderlich waren. Das macht die Aufzucht umso aufwendiger. Man braucht also einen sehr engagierten Gartenbaubetrieb der diese Arbeit mit viel Herzblut erbringt. Das war in diesem Fall die Gärtnerei Rodenbröker aus Paderborn. Die Anzahl der Gartenbaubetriebe die sich mit dieser aufwendigen Arbeit befassen wollen wird allerdings immer kleiner. Viele produzieren lieber größere Stückzahlen von wenigen Sorten. Das sieht man auch zunehmend bei Gartenschauen, denn oftmals werden dann auch dort lieber grosse Mengen von weniger Sorten im wiederkehrenden Pflanzrhythmus verwendet.
Auch für die Pflanzung braucht es dann erfahrene Gärtner, die dann hier im Falle des Sommerflors noch vor der Öffnung für die Besucher am Morgen die Pflanzen in die Beete setzen. Dafür bedarf es auch einer genauen Logistik, es sollen ja keine Flächen leer bleiben weil die falschen Pflanzen geordert wurden. Und auch die ausgeschriebenen Stückzahlen müssen stimmen, denn eine Nachbestellung ist nicht möglich. Es gibt also viele kleine Stolpersteine auf dem Weg zu einer gelungenen Wechselflorpflanzung.
Die Pflanzarbeiten Mitte bis Ende Mai hatte ich ja noch begleitet, jetzt habe ich nach  einem reichlichen Monat dann das Ergebnis der Arbeit begutachten können und war dann auch ganz erfreut das alles weitestgehend dem geplanten Bild entsprach. 
Besonders angetan war ich von den rot-weissen Beeten gleich in der der Nähe des Haupteinganges vor dem Parkhotel. Diese sind flächig in drei verschiedenen Mischungen aus Gräsern und Sommerblumen bepflanzt. In der Mitte sitzen Tuffs von einfachblühenden paeonienblütigen Dahlien, hier die recht alte Dahlien-Sorte ‚Bishop of Llandaff‘, sie stammt aus dem Jahre 1928 und hat leuchtend rote Blüten auf dunklem Laub. Die einfachblühenden Dahlien mag ich besonders, sie sind meist recht regenfest und auch bei Bienen und Hummeln sehr beliebt. Mit Gräsern harmonieren sie wunderbar.Die mittleren Beete sind in der Farbkombination rot-weiss gehalten, zu den Seiten hin werden die Farben sanfter und gehen in rosa-weiss über. Am direkt an die Wechselflorfläche anschliessenden Sonnenhang zur Hotelterrasse hin wurden Stauden gepflanzt. Um keine farbliche Konkurrenz zum Sommerflor zu erhalten, wurden hier vor allem Gräser und Stauden in ruhigen Tönen gepflanzt. Einen Akzent setzen jetzt die weissen Blütenschweife der Steppenkerzen (Eremurus).Auch in den Beeten in der Doppelwegeachse der Richtung Mersmannteiche verlaufenden Achse wurden verschiedene Sommerblumen in Mischungen kombiniert. Jeweils 3 bis 5 Sorten stehen in einer Fläche. Hier Löwenmaul, Zinnie, Salbei und Ziertabak. Im Hintergrund Sonnenhut (Rudbeckia hirta).

Die Planung des Wechselflors werde ich wohl in einem meiner späteren Beiträge noch einmal gesondert beschreiben  und die verwendeten Sorten und Mischungen näher erläutern.In direktem Anschluss an die Wechselflorbeete folgen die drei großen Staudenbänder welche in kräftigem rot-purpur-hellgelb gehalten sind. Die klassischen Beetstauden wie Gartensalbei (Salvia nemorosa ‚Amethyst‘), Indianernessel (Monarda ‚Scorpion‘) und erste Phloxe (Phlox oaniculata ‚Düsterlohe‘) geben hier den Ton an. Im Beetvordergrund blüht die Rote Sterndolde (Astrantia major ‚Abbey Road‘). In der Beetmitte leuchtet die orange-gelbe Schafgarbe (Achillea ‚Walter Funcke‘).In den Schattenbeeten blühen die Astilben und Storchschnabel-Sorten. Hier die Astilbe Arendsii-Hybride ‚Brautschleier‘ zusammen mit Geranium Psilostemon-Hybride ‚Patricia‘. Im Hintergrund einer der verlässlichsten wintergrünen Bodendecker für schattige Gehölzrandsituationen, die Balkan-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae).

Die folgenden Bilder vergrößern sich durch anklicken.

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